Ein erster Rezensionsversuch frühen Morgen eines Frühlingstages scheiterte. Entgegen der Meinung anderer Leute, dass stimmungsvolle Musik den Puls und dementsprechend die Laune hebe, höre ich im Grau des Morgens dann doch eher was Minimaleres. Und damit kommen wir schon zum Punkt: diese Musik ist auch nicht geeignet, in Berlin mit der U-Bahn durch die Gegend zu gondeln. Das passt ein bisschen Geplucker mit elegischen Strings einfach besser.
Aber der Tigerbass ist bestens dafür geeignet, im richtigen Moment die vielbeschriebene feierwürtige Menge toben zu lassen. Diese Tracks in Berliner Mainstream-Minimal-Sets zu integrieren, dürfte allerdings schwer fallen. Das ist hier eine andere Liga: meine Assoziationen beim Hören reichten von DJ Sneak bis zu Prodigy, Die Sounds erinnerten mich an teilweise an die pianolastigen englischen Breakbeat-Tracks der frühen 1990er. Kannte ich schon alles und war auch nicht besser als die Schnipsel-Filter-Sample-Orgien von Franzosen wie Daft Punk, Alex Gopher oder Motorbass, nur mit mehr beats per minute-Bums und grimey Style. Das ist manchmal ganz schön anstrengend, dann wieder begeisternd überraschend: ein musikalisches Wechselbad für die Hörer. Es gibt momentan eben auch extrem viel Material in dieser Richtung, von MSTKRFT, Boys Noize bis hin zu Justice. Früh am Morgen ist das Lärm, nachts um drei ist das Ekstase! Kostenlose MP3 zum Herunterladen und Reinhören gibt’s auf tigerbeat6.
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